Hier möchte ich auf vielfachen Wunsch hin einmal den Bau einer Gasesse mit einfachsten Mitteln und einem sehr kleinen Budget beschreiben. Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Mit dieser Gasesse kann ich schmieden. Messerklingen schmieden ist damit kein Problem. Beim Damastschmieden muss man je nach Bauweise allerdings Einschränkungen in Kauf nehmen. Ich kann damit ohne große Investition testen ob das Schmieden mein Ding ist oder ob ich doch lieber einem anderen Hobby nachgehe. Professionell schmieden ist damit nicht, oder nur sehr bedingt möglich.  Es ist aber sehr gut machbar die eine oder andere Klinge zu schmieden, zu härten und anzulassen.  Ich beschreibe hier zwei einfache Bautypen einer Gasesse, welche ich grob geschätzt mit einem Budget  von 0,-€ bis ca. 100,- € realisieren kann. Die tatsächlichen Kosten hängen davon ab welches Werkzeug und Material ich bereits zur Verfügung habe. Für den Bau benötige ich eine Handbohrmaschine, einen Winkelschleifer, einige Feilen (Rundfeilen, Flachfeilen), eine  Bügelsäge/Handsäge in die ich verschiedene Sägeblätter einspannen kann.

Ich beschreibe hier bewußt etwas allgemeiner gehalten das Bauprinzip und keinen genauen Bauplan.  So kann jeder der dieser Anleitung folgt mit den Ihm zur Verfügung stehenden Mitteln eine Esse nachbauen. Genaue Materialvorgaben machen das Bauen auf der einen Seite einfacher da ich genau weiß was ich brauche. Auf der anderen Seite wird es schwieriger, wenn ich Grade das beschriebene Material nicht habe oder nirgends bekomme. Der Bau mit abweichenden Materialien funktioniert genausogut und hilft den Geldbeutel zu schonen indem ich auf vorhandenes zugreife oder eine preiswertere Alternative auswählen kann.

Ein Materialset für den Bau einer Gasesse werde ich eventuell demnächst hier anbieten.:
www.Messermacherbedarf.Net

Den Brenner wird es allerdings nur fertig zu kaufen geben. Einen Bausatz möchte ich nicht anbieten. Die Erfahrung hat gezeigt,  das hier obwohl das Prinzip an sich recht einfach ist, viel falsch gemacht werden kann und dann funktioniert der Brenner nicht wie gewünscht. Ein Telefonsupport aus der Ferne ist dann nicht immer hilfreich.

Die Gasessen die ich für den professionellen Einsatz baue lassen sich von der Konstruktion her nicht mit diesen Essen hier vergleichen.  Wie diese aufgebaut sind findet man hier:

Arbeiten mit der Gasesse

 

Wer sich für den Kauf einer Gasesse interessiert kann mir hier über das Kontaktformular eine Anfrage senden:

Anfrage Kauf Gasesse

 

Das Funktionsprinzip und der grundsätzliche Aufbau sind jedoch weitgehend identisch.

 

 

Einen wichtiger Hinweis vorab:
Der Umgang und die Anwendung der Werkzeuge das Verarbeiten des Materials und das Schmieden mit der Gasesse sind handwerkliche Tätigkeiten die nicht ungefährlich sind. Es sind in jedem Fall entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, bzw. einzuhalten. Diese Dokumentation ist keine Aufforderung zum Nachbau und ich kann keinerlei Verantwortung für Verletzungen oder Schäden die beim Bau oder dem Einsatz der Gasesse entstehen übernehmen. Der Bau und der Einsatz erfolgen auf eigene Gefahr.

Ein Schweißgerät ist für diesen Bautyp nicht notwendig. Habe ich eins zur Verfügung, kann ich das Gehäuse professioneller bauen.

Für den ersten Bautyp benötige ich ein Stück Stahlrohr mit einem Durchmesser ab ca. 100 bis 120mm aufwärts. 200mm bis 250mm sind ideal. Die Länge sollte ca. 30 bis 40 cm betragen. Ein Rauchrohr für einen Kaminofen passt hier ganz gut. Für ganz einfache Konstruktionen tut es auch ein Blecheimer in dem mal Farbe, Öl oder ähnliches drin war. Andere Behälter wie große Konservendosen funktionieren natürlich auch. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Das Gehäuse sollte lediglich halbwegs stabil und aus Stahlblech sein. Farbe und Beschichtungen brenne ich vor dem Bau runter.  Dazu nutze ich den Gasbrenner auf den ich später zu sprechen komme.

 

Habe ich mein Gehäuse soweit vorbereitet, so muss ich nun die Aufnahme für den Brenner vorsehen. Dazu schneide ich mittig eine Öffnung in passender Größe rein. Die Öffnung kann rund oder quadratisch sein. Dazu nehme ich entweder den Winkelschleifer mit einer 1mm Scheibe oder die Bohrmaschine mit einer Bohrkrone. Habe ich keine Bohrkrone, kann ich auch viele kleine Löcher in Kreisform bohren die ich dann auffeile. Rauhe Kanten werden mit einer Feile geglättet. In mein Gehäuse füge ich nun eine Isolationsschicht ein. Das kann z.B.eine Schicht Steinwolle sein. Glaswolle ist meines Erachtens nicht fest genug. Damit habe ich eine Temperaturgrenze von ca. 1100°C. Höhere Temperaturen bringen die Steinwolle zum schmelzen. Will ich Damast schmieden benötige ich eine Keramkfaserwolle die eine höhere Temperatur aushält. Diese gibt es z.B. hier in meinem Shop  www.Messermacherbedarf.de

 

Kleine Ergänzung zu den Handskizzen:
So schaut es aus wenn eine 11KG Gasflasche mit 2 Lagen Der Keramikfasermatte ausgekleidet wurde. Die Matten schneide ich in passende Sgmente und füge sie ein. Beim Einpassen achte ich darauf, daß ich das Material mit etwas “Druck” einpasse. Das gewährleistet einen festen Sitz im Gehäuse. Ein Verkleben der Keramikfasermatte ist nicht nötig.

 

Die Isolationsschicht beschichte ich mit einem Schamottemörtel. Dieser hat eine Schmelztemperatur von ca. 1200 bis 1400°C  Zum Schmieden reicht es aus. Will ich Damastschmieden sollte ich auf einen feuerfesten Beton wie z.B. diesen hier zugreifen (Feuerfester Beton). Der Beton dient als Schutzschicht für die Wolle, als Medium zur besseren Wärmeverteilung in der Esse und als Speichermedium für die eingebrachte Energie (Hitze). Verarbeitungshinweise zur Keramikfaserwolle und dem Feuerbeton finden sich hier (Verarbeitung Feuerbeton und Keramikfaserwolle) Die Öffnung für den Brenner muss offenbleiben. Die Schichtdicke des Betons collte ca. 0,5 bis 1cm betragen.

Kleine Ergänzung zur Handskizze:
Eine ausgemörtelte 11Kg Gasesse. Den Feuerfesten Beton mische ich ein einer relativ dünnflüssigen Konsistenz an. Man könnte ihn grade noch gießen. Dann benetze ich die Keramikfasermatte mit etwas Mörtelwasser (Wasser mit wenig Mörtel versetzt) und presse die Matten nochmals gut im Gehäuse ein. Danch trage ich den Feuerfesten Beton möglichst gleichmäßig auf. Wenn ich meine Schichtdicke erreicht habe glätt ich den Innenmantel und forme aus dem Betonmantel den Flare aus welcher die Strömungsgeschwindigkeit etwas reduziert. für eine 11KG Gasesse benötige ich ca. 1m² der Keramikfasermatte und 10 Kg des feuerfesten Betons. Nun muss die Esse gut trocknen bevor ich sie anbrenne.

 

Die zweite Variante ist eine Konstruktion aus Gasbetonsteinen wie auf der Skizze zu ersehen. Diese werden innen ebenfalls mit einer Feuerbetonschicht von ca. 0,5 bis 1cm versehen. Die Öffnung für den Brenner muss aufgebohrt werden. Hier wird das oben beschriebene Stahlrohr eingesteckt.
Für den stationären Betrieb können die Steine einfach verklebt werden. Soll die Esse transportiert werden, empfielt es sich ein Gehäuse aus Holz oder Blechplatten zu konstuieren. Die Dicke der Steine sollte min. 5cm betragen. 10cm sind besser.

 
Als Brenner kommt ein Hartlötbrennerset in Frage. Die Düsengröße sollte ab ca. 0,6mm betragen. Kleinere Brenner funktionieren auch, schränken aber die Leistung ein. Der Brenner sollte mit einem regelbaren Manometer ausgestattet sein. Um die Leistung des Brenners zu steigern, nehme ich ein Stück Stahlrohr welches im Innendurchmesser geringfügig größer ist als der Brennerkopf. So kann ich diesen in das Stahlrohr einschieben, welches eine Länge von ca. 10 bis 15cm haben sollte. Hier bohre, schneide, flexe ich am einen Ende mehrere Luftschlitze ein. Das Stahlrohr wird nun wie auf den Skizzen zu erkennen im Gehäuse verankert. (verschrauben mittels einem Winkel und Blechschrauben, klemmen, Schweißen etc.) Der Brennerkopf wird eingeschoben, die Luftschlitze müssen frei bleiben. Nun zünde ich im inneren des Gehäuses ein Stück Papier an und öffne den Gashahn an der Gasflasche. Die Flamme sollte im Inneren der Gasesse zünden und nicht im Stahlrohr. Zündet sie im Brenerrohr muss die Konstruktion solange verfeinert werden bis die Flamme nur im Innern der Gasesse brennt. Am Manometer sollte ein Druck von ca. 0,5bar aufwärts eingestellt werden. Den passenden Druck gilt es auszutesteten.  Der Selbstbau ist immer ein Austesten der Gegebenheiten und des vorhandenen Materials. Genaue Vorgaben und Maße kann ich hier nur schwer geben, da die jeweils vorhandenen Mittel zu unterschiedlich sind. Fertige Brenner die definitiv funktionieren biete ich in meinem Webshop an. (Lindenschmiede fertige Brenner) Damit bekomme ich Damastpakete von bis zu 10Kg und mehr auf Feuerschweißtemperatur.

 

 

An dieser Stelle möchte ich nochmals erwähnen, daß ich diese Beschreibung bewusst recht allgemein gehalten habe, da ich die bei jedem einzelnen vorhandenen Materialien nicht kenne. Das Funktionsprinzip ist aber soweit beschrieben das mit einigen handwerklichen Fähigkeiten ein Umsetzen der Dokumentation möglich sein dürfte.  Der Bau einer komplexer aufgebauten Esse für welche eine umfangreichere Ausrüstung nötig ist lässt all diejenigen aussen vor die z.B. kein Schweißgerät haben.
Wie oben beschrieben kann ich meine erste einfache Esse bauen. Mit dieser Beschreibung hier (Ambossbau) kann ich einen ersten einfachen Amboss bauen welcher wenig kostet ud recht schnell einsatzfähig ist.
Bei  Interesse an einer fertigen Gasesse stehe ich für weitere Fragen per Mail gerne zur Verfügung.


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  1. Zitat:“ Das kann z.B. eine schwere Stahlplatte vom Schrottplatz sein, welche ich umfunktioniere. Es könnte auch ein Stück eines Doppel-T Trägers sein welches ich zum Amboss umbaue“
    Hab ich schon verwendet: viel zu weich
    zZ. nutze ich ein Stück von einer Gabelstaplerzinke, gibt es in verschiedenen Größen,
    Staplerzinken sind übrigens ein Verschleißteil wenn der Fahrer die Zinken am Boden schleifen lässt, bei mehr als 10%
    Verschleiß in der Dicke/Stärke muß das Teil erneuert werden.

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