Diese Jagdmesserklinge habe ich aus einem Damasteelbarren geschmiedetDas Ausgangsmaterial hatte ca. die Abmessungen : 35mm x 10-11mm x 230-250mm.Als Damastmuster waren konzentrische Lagen ohne äußeres Muster vorgegeben.Das konzentrische Muster ist für die “Stockremoval” Bearbeitung nicht unbedingt geeignet. Es entsteht lediglich ein Linienmuster dabei.

 

 

Die Maße der fertigen Klinge sind:

Klingenlänge                                     : 236mm incl. Knebel / 215mm nur Schneide

Klingenhöhe                                      : 38mm

Dicke der Klinge am Knebel           : 6,5mm ca. 3,5mm 2-3cm vor der Spitze

Dicke Knebel                                     : 12,5mm / Höhe:25mm

Härte                                                   : ca. 60 HRC

Wie sehen die einzelnen Schritte auf dem Weg zu dieser Messerklinge aus ?

Vorgehensweise beim Schmieden

Die Handskizze zeigt die Maße des Ausgangspaketes und die Anordnung der einzelnen Damastlagen.

Unter Damasteel versteht man ein pulvermetallurgisch erzeugtes Material welches aus zwei verschiedenen rostbeständigen Stahlsorten besteht. Durch die pulvermetallurgische Erzeugung erhält man einen sehr feinkörnigen Stahl mit der Musterung eines Damastes und den Eigenschaften eines pulvermetallurgisch erzeugten Stahls. Es handelt sich beim Damasteel nicht um einen Damast der in “traditioneller” Weise, dem Stapeln und Feuerschweißen verschiedener Stahlagen erzeugt wurde.  Das Endergebniss ist in der optischen Erscheinung und der Materialqualität jedoch ohne weiteres vergleichbar.

 Absetzen des Erls

_Als erstes setze ich den Erl und den Knebel ab. Dabei schmiede ich das dafür vorgesehene Ende auf ca. 27mm zum Ende konisch zulaufend zu . Beim Ausschmieden achte ich darauf, das der Knebel etwas gestaucht wird. Dabei wird er in  der Dicke auf ca. 13mm aufgebaut. Beim Erl hingegen schmiede ich das Ende schon jetzt etwas dünner aus.Wichtig:

  • Den Übergang vom Knebel zur späteren Klinge möglichst präzise ausformen.
  • Innenliegende Kanten mit einem Radius versehen.
  • Aussenliegende Kanten möglichst scharfkantig ausführen.

Ausschmieden der Spitze

Im zweiten Schritt schmiede ich nun die Spitze aus. Das geschieht indem ich das rechtwinklige Ende über die Ambosskante umlege, bzw. umschmiede. Dabei wird das Damastmuster schon etwas in der Linie der Klingenspitze geformt.Vorgehensweise:Die Hammerschläge beginnen an der Stelle an welcher ich mit der Rundung der Schneide zur Spitze beginnen möchte. Bei dieser Klinge sind  das ca. 8cm, vom vorderen Ende des Barrens gemessen zur Klingenmitte. Die Rundung steuere ich über die Stärke der Schläge. Leichte Rundungen benötigen leichte Schläge, stärkere Rundung bedeuten festere Schläge. An der Spitze sind sie am kräftigsten und formen die finale Rundung aus.Wichtig:Beim Ausschmieden der  Spitze wird das Werkstück in der Dicke gestaucht. Deshalb sollte die Spitze bereits hier etwas dünner geschmiedet werden. Die überstehende “Nase”  dient als Haltepunkt beim Schmieden, und wird später abgeschnitten. Die “Spitze” und den vorderen Klingenbereich schmiede ich bereits hier schon etwas dünner.

Vorbereiten des Damastmusters

Um das Leiterdamastmuster zu erzeugen wird die rohe Klinge von beiden Seiten im rechten Winkel zur Längsrichtung alle ca. 1,5cm eingekerbt  (z.b. mit einem Winkelschleifer und einer 6mm Schruppscheibe)Wichtig: die Kerben unbedingt versetzt anbringen. Die Handskizze zeigt das Anbringen der Kerben und deren Anordnung. Bringt man die Kerben “deckungsgleich”, d.h. auf  gleicher Höhe der Klinge an, wird sie an dieser Stelle unter Umständen zu dünn. Es kann dann passieren daß man beim Flachschmieden der Kerben das Material an dieser Stelle ungewollt in die Länge zieht.Achtung:

  • Scharfkantige Kanten in den Kerben vermeiden.
  • Die Tiefe der Kerben sollte maximal 1/4 bis 1/3 der   Klingendicke betragen.
  • Das Verhältnis Breite zu Tiefe beträgt bei dieser Klinge ca. 4:1  bis 4:1,5.

Ausschmieden der Klinge

Die Damasteelklinge wird ausgeschmiedet.

Jetzt wird die Klinge insgesamt zur Spitze hin dünner ausgeschmiedet. Am Übergang zum Knebel hat sie noch ca. 8mm, kurz vor der Spitze sind es noch ca. 5mm Beim Ausschmieden sollte man permanent darauf achten, die Symmetrie der Klinge zu erhalten. Der Knebel wird nun auch auf die gewünschte Form geschmiedet. Zum Ende jedes  Schmiededurchganges richte ich die Klinge über die Mittelachse aus und korrigiere entstehende Torsionen in der Klinge. Dabei muss ich darauf achten, das die Kerben möglichst glattgeschmiedet werden. Habe ich das erledigt wird die Klinge normalisiert und weichgeglüht.

Weichglühen der Klinge nach dem Schmieden

Der Schmiedeprozess ist jetzt abgeschlossen. Es folgt das Weichglühen der Klinge. Nach dem Glühvorgang wird sie blankgeflext und in Form geschliffen. An diesem Punkte feile ich den Übergang des Erls in den Knebel. Das bedeutet, ich feile einen umlaufenden Steg, wie auf der nebenstehenden Skizze zu sehen, ein. Ab diesem Steg ist der Erl insgesamt dünner als der Knebel. Das erleichtert meines Erachtens das Anpassen des Griffes, eines Parierelementes etc. Als nächstes wird nun die Klinge gehärtet und angelassen. Nach dem Anlassen folgt der Feinschliff und das Ätzen. Als finaler Schritt wird die Damastklinge geschärft

Mein Tutorial hier zeigt eine Möglichkeit des Vorgehens auf. Andere Wege funktionieren ebenso.Die beschriebene Vorgehensweise funktioniert prinzipiell mit allen Stahlsorten.Das Einkerben macht nur bei Damast zur Musterbildung Sinn.


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