Welche Keramikfasermatte ist die Beste für eine Gasesse.


(Wenn dich das auch interessiert, lies dir mal den Artikel durch.)
Diese Frage habe ich mir damals auch gestellt als ich mit dem Bau meiner Gasessen begonnen habe.

Da ich mit der Gasesse Damastmesser schmieden will, muss sie einiges aushalten.
Also muss auch die Keramikfasermatte zur Isolierung und der Feuerfest Beton als Auskleidung den hohen Temperaturen die beim beim Damastmesser schmieden benötigt werden standhalten.

Ganz am Anfang, als ich noch mit Kohle geschmiedet habe, hatte ich meine ersten Bauversuche einer Gasesse mit Steinwolle und normalem Schamottemörtel gemacht.

Auf der Suche nach passenden Materialien bin ich so ziemlich durch jeden Baumarkrt in meiner Umgebung gezogen. Aber von Keramikfasermatten war da nichts zu finden.
Keramikfasermatten gab es weder im Obi, noch im Hornbach, Toom und wie sie alle heißen.
Das ist aber an sich nicht ungewöhnlich. Das Produkt ist doch schon sehr speziell.
Auch bei den Ofenbauern hatte ich kein Glück.
Also habe ich mit Steinwolle begonnen.
Glaswolle habe ich gleich zu Anfang aussen vor gelassen. Von der Temperaturbeständigkeit ist sie vergleichbar mit der Steinwolle, aber:


Die Festigkeit der Glaswolle war für mich nicht ausreichend für eine stabile tragfähige Isolierschicht.


Deshalb habe ich die Steinwolle genommen.
Was soll ich sagen, es hat funktioniert.

Hier einmal eine kleine Übersicht:



Gasesse mit Steinwolleanstelle der Keramikfasermatte und Schamottemörtel

Die Steinwolle hat einen Schmelzpunkt von ca. 1050°C.
Der Schamottemörtel den ich verwendet hatte lag mit seinem Schmelzpunkt um die 1300°C bis 1400°C
Das reicht zum Schmieden gerade noch aus, denn hier benötige ich Temperaturen um die 1000 bis 1100°C
Der Schamotte Mörtel packte das noch ganz gut.
Die Steinwolle kommt hier aber schon an die Grenze der Belastbarkeit.
Als ich dann aber Damastmesser schmiedete, musste ich die Temperatur auf über 1200°C bis 1300°C hochfahren.

Mein Brenner packt diese Temperatur mit links. Er kommt weit über 1300°C. 😉

Bei 0,2 bar Druck z.B. habe ich in der Esse schon über 1200°C.

Jetzt habe ich aber das Problem, daß der Schamottemörtel das Schmelzen beginnt.
Und zwar wie ein Schneemann in der Sonne.

Die Steinwolle, die hinter dem Schamottemantel bislang noch halbwegs ihrer Aufgabe als Isolationsmaterial nachgekommen ist, zerschmilzt jetzt nach und nach zu kleinen Glaskügelchen.

Das war es dann mit der Gasesse aus Steinwolle und Schamottemörtel.
Aber sie hatte funktioniert!



Gasesse mit Keramikfasermatte und Feuerfest Beton

Jetzt braucht ich nur das passende Material.
Welches Material ist zum Isolieren einer Gasesse Geeignet? Die gängigen Produkte die mir da so einfallen sind.
Feuerfeste Artikel zum Bau:

  • Glaswolle
  • Steinwolle
  • Keramikfasermatten.

Daneben  gibt es noch Feuerleichtsteine, Keramikfaserplatten, Vermiculite Platten etc.
Um es hier halbwegs übersichtlich zu halten bleibe ich bei den flexiblen Dämm-Matten
.



Welche Keramikfaserwolle passt zur Gasesse?

Bei der Keramikfaserwolle gibt es verschiedene Temperaturklassen und Gewichtsklassen.
Eine Temperaturbeständigkeit bis ca. 1000° C finde ich nicht als ausreichend zum schmieden.
Dann findest du Matten mit einer Temperaturebeständigkeit bis 1200°C, bis  1400°C und bis 1600°C.
Das sind die, welche ich für den Bau einer Gasesse in Betracht gezogen habe.

Desweiteren gibt es noch "biolösliche" Keramikfasermatten.
Diese haben eine ähnliche Temperaturbeständigkeit wie die Matten bis 1400°C.

Von den Herstellerangaben her liegen sie ein wenig darunter. Aber ich konnte im Betrieb meiner Gasesse mit den biolöslichen Fasern keine schlechtere Temperaturbeständigkeit feststellen.
Aufgrund ihrer Zusammensetzung entfällt bei der biolöslichen Keramikfasermatte die Klassifizierung als Gefahrstoff.
Seitdem verwende ich die biolösliche feuerfeste Matte ich beim Bau meiner Gasessen!



Dicke und Dichte der Keramikfasermatten

Die Breite der Matten liegt standardmäßig bei 610mm. Die Rollen haben eine Länge von ca. 7300 mm.
Weiterhin gibt es verschiedene Dicken.
Ich verwende die 25mm starken Matten.
Neben den 25mm dicken Matten gibt auch welche mit 12mm und 50mm, sowie andere Dicken.
Die Dichte der Keramikfaser die ich verwende liegt bei 128kg / m³. Hier genügt mir die geringere Dichte von 96kg/m³ nicht für die Gasesse.
Geringere Dichten sind weicher und nicht so stabil.  Sie gehen von der Haptik mehr in Richtung Glaswolle.

Hier einmal die verschiedene Ausführungen mit denen ich gearbeitet habe.
Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl von Varianten.



Keramikfaserwolle Abmessungen Temperaturbeständigkeit und Dichte:

Temperatur bis

Dicke

Dichte

Abmessungen

  • 1200°C
  • 1400°C
  • 1600°C.
  • 12mm
  • 25mm
  • 50mm
  • 96kg/m³
  • 128kg/m³
  • 610 x 7300 mm.

    Anmerkung: Die Abmessungen  der Rollen sind immer identisch. Alle anderen Eigenschaften sind je nach Verfügbarkeit frei wählbar.
    Daten sind Angeben des Herstellers.

    Zusammenfassung Eigenschaften und Verarbeitung derKeramikfasermatte

    Einsatzgebiete:

    • Gasessen
    • Gasschmiedeöfen
    • Härteofen
    • Brennofen
    • Steinbackofen
    • Holzbackofen
    • Pizzaofen
    • Auskleidungen Wärmeboxen/Wärmekammern


    Eigenschaften:

    • hohe Wärmedämmeigenschaften
    • sehr gute Isolierung
    • geringe Wärmeleitfähigkeit
    • sehr geringe Wärmespeicherung
    • hohe Elastizität
    • sehr gute Formbarkeit
    • sehr einfache Verarbeitung
    • standfeste Struktur
    • gute Zugfestigkeit
    • einfache und schnelle Reparatur
    • biologisch abbaubar (biolösliche Ausführung)
    • niedrige Gefahrenklassifizierung (biolösliche Ausführung


    meine Anwendungsbeschreibung:

    Diese Keramikfasermatte (biollösliche Ausführung) nutze ich zum Bau und Auskleiden meiner Gasessen.
    Im Normalfall baue ich eine Gasesse auf Basis einer 11Kg oder 5Kg Gasflasche auf.
    Die Flasche wird als Gehäuse umgebaut.
    Dann kommt als erstes der Einbau der Keramikfasermatte, welche ich in Segmente schneide und in das Gehäuse einfüge.

    Die Matte besitzt eine gute Eigenstabilität, weshalb ich auf das Verkleben mit der Gehäusewandung verzichten kann. Sie wird eingepasst und gut angedrückt.
    Das ist völlig ausreichend für einen guten Halt in der Gasesse.
    Ich verbaue in der Regel 2 Lagen der Keramikfasermatte im Gehäuse.

    Isolierung in der Gasesse

    Dadurch erreiche ich eine gute Isolierung was eine schnelle Aufheizung ermöglicht.

    Nach dem Einbau der Isolierung kleide ich die Esse mit dem Feuerbeton welcher auch hier im Shop erhältlich ist aus.
    Den Beton trage ich ca. 1-2 cm stark auf.
    Diese Schichtstärke bringt eine gute Stabilität der Wandung, ermöglicht gleichzeitig aber noch eine schnelle Aufheizung auf Feuerscheißtemperatur in ca. 10-20 Minuten.

    Nach dem Ausmörteln muss der Feuerbeton abbinden und gut durchtrocknen bevor die Esse das erste mal angefeuert werden kann.  
    Das Durchtrocknen des Betonmantels ist extrem wichtig.
    Auf keinen Fall darf hier zu früh angefeuert werden.

    Ich trockne die Gasesse nach dem Abbinden normalerweise in einem großen Tonbrennofen bei Temperaturen bis an die 500°C.
    Damit ist gewährleistet das das nachfolgende Anbrennen ohne Probleme erfolgen kann.

    Hier kannst du dir die Angebote in
    meinem Webshop ansehehen


    Auf Wunsch gerne mit individueller Beratung beim Bau deiner Gasesse

    Keramikfasermatte-Lindenschmiede

    Keramikfasermatte Keramikfaserwolle

    zum Gasesse selber bauen
    0,25m²   Maße ca. : 0,42m x 0,6m
    Dicke 1 Zoll (25,4mm)
    Rohdichte 128kg/m³

    Keramikfasermatte-Lindenschmiede

    Keramikfasermatte Keramikfaserwolle

    zum Gasesse selber bauen
    0,5m²   Maße ca. : 0,84m x 0,6m
    Dicke 1 Zoll (25,4mm)
    Rohdichte 128kg/m³

    Keramikfasermatte-Lindenschmiede

    Keramikfasermatte Keramikfaserwolle

    zum Gasesse selber bauen
    1m²   Maße ca. : 1,7m x 0,6m
    Dicke 1 Zoll (25,4mm)
    Rohdichte 128kg/m³

    Meine Wahl der Keramikfaser für den Bau der Gasesse!

    Keramikfasermatte-Lindenschmiede

    Nachdem ich meine Erfahrungen mit Glaswolle und Steinwolle gemacht habe , bin ich beim Isolieren meiner Gasessen dann bei der Keramikfasermatte und dem Feuerfest Beton gelandet.

    Ich verbaue die feuerfeste Fasermatte, die eine Temperaturbeständigkeit bis ca. 1400° bei einem Schmelzpunkt über 1500°C hat mit einem Beton der eine Temperaturbeständigkeit bis über 1600°C hat.
    Die Keramikfasermatte hat bedingt durch die Dichte (128kg/m³ eine gute Festigkeit, so daß eine Verarbeitung ohne Kleben möglich ist.
    Sie wird einfach in das Gehäuse eingelegt, angesrückt und angepasst.
    Du kannst sie aber auf kleben, z.B. mit einem Klebemörtel oder einem speziellen Kleber.

    Die Keramikfasermatte und der Feuerfest Beton liegen in einem sehr guten akzeptablen Preisverhältnis und haben für das Damastmesser schmieden eine mehr als ausreichende Temperaturbeständigkeit.

    Feuerfestbeton Lindenschmiede

    Sind Keramikfasermatten bis 1600°C besser für die Gasesse geeignet?

    Nun, im Prinzip schon, aber du brauchst es nicht zum Damast schmieden.
    Die eventuell längere Haltbarkeit wiegt den hohen Preisunterschied meines Erachtens nicht auf.

    Dabei spielt es keine Rolle ob du nur als Hobby schmiedest oder ob du es professionell machen willst.

    Die Temperatur zum Damast schmieden bleibt die gleich.
    Klar verkaufe ich dir gerne auch die sehr teure Keramikfaser die bis 1600°C geht.

    Der Vorteil daran ist, ich verdiene mehr 😉
    Einen Nachteil hat es: Du musst mehr Geld ausgeben als nötig.
    Willst du das ?
    Wenn nicht, dann passt die Keramikfasermatte die bis 1400°C ausgelegt ist.

    Wichtiger ist meiner Erfahrung nach eine hohe Dichte der Keramikfasermatte, die bei der Kermamikfaser mit 128kg/m³ Gewicht gegeben ist.
    Hier sind leichtere Matten deutlich weicher und lassen sich stärker komprinieren. Damit hat der Feuerfest Beton keine gute Grundlage.
    Risse im Betonmantel können und werden nach einer gewissen Zeit im Einsatz unweigerlich auftreten.
    Das hängt mit den enstehenden Spannungen beim Aufheizen und abkühlen zusammen und weniger mit der verwendeten Keramikfaser.

    Es gibt es noch Keramikfasermatten, die eine Temperaturbeständigkeit bis 1200°C haben.

    Diese sind zum Isolieren der Gasesse schon ganz ok, können aber den hohen Temperaturen, die beim Damast schmieden erreicht werden unter Umständen  nicht auf Dauer standhalten.

    Meine Erfahrungswerte dazu habe ich auch in der Produktbeschreibung der Wolle festgehalten:


    Produktbeschreibung Keramikfasermatte

    Die Begriffe Keramikfasermatte, bzw. Keramikfaserwolle bezeichnen das gleich Material welches zur Dämmung von Brennöfen und Gasessen / Schmiedefeuern eingesetzt wird.

    Der Schmelzpunkt liegt bei Über 1500°C. Die Einsatztemperatur von mehr als 1200°C bis hin zu über 1300°C genügt völlig den professionellen Ansprüchen welche z.B. beim Damastschmieden an eine Isolierung der Gasesse gestellt werden.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen ist die Keramikfasermatte auch nach mehrjährigen Einsatz in der Gasesse noch funktionsfähig solange mechanische Beschädigungen, bzw. der direkte Kontakt mit Flußmitteln (Borax) vermieden werden.

    Isolierungen mit Kermikfasermatten welche einen Temperaturbereich von 1600° C haben sind um ein mehrfaches teurer, bieten hier aber meiner Meinung nach keinen dem wesentlich höheren Preis angemessenen Vorteil.

    Schau dir dazu einmal die nachtstehende Tabelle an.
    Die Daten dieser Tabelle habe ich aus meinen Erfahrungen mit der Verarbeitung und der Anwendung der Keramikfasermatten beim Messerschmieden zusammengestellt.

    Welche Keramikfasermatte ist geignet zum Damastmesser schmieden!

    Anwendung >
    Material

    Glühen
    Härten

    SChmieden

    Damast SChmieden

    Stahl
    Schmelzen

    Glaswolle

    ungeeignet

    ungeeignet

    ungeeignet

    ungeeignet

    Steinwolle

    geeignet

    bedingt geeignet

    ungeeignet