Feuerbeton 
Verarbeitung und Einsatzgebiete

Der Feuerbeton den ich verwende kommt aus der Hochofenindustrie. Es ist ein sehr hochwertiges Material für die Auskleidung von Hochöfen in der Stahlindustrie.
Er ist temperaturbeständig bis 1600° C und mehr.
Die meisten Schamottemörtel die man im Handel oder im Baumarkt bekommt können bis maximal 1300°C eingesetzt werden.

Diese Temperaturgrenzen reichen nach meiner Erfahrung für das Schmieden von Messerklingen nur bedingt und für das Damastschmieden nicht aus.

Schau dir zum Damast Schmieden auch diese Beiträge an. 
Hier kannst du detailliert nachlesen wie ich meine Damast Pakete schmiede und wie Die Gasessen funktionieren:

Damast Schmieden in der Gasesse

Aufbau und Funktion der Gasesse

Versuche mit Schamottemörtel als Auskleidung einer Gasesse anstelle des Feuerbetons haben zum Schmelzen des Innenmantels geführt.


Von der Konsistenz ist der Feuerbeton sehr feinkörnig mit einem
Korn von 0 bis 1 mm.
Er wird mit Wasser angemischt und bindet hydraulisch ab.

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Wie verarbeite ich den Feuerbeton ?

25kg des Betons werden mit ca. 5-6 Litern Wasser angemischt.
Kleinere Mengen werden mit entsprechend weniger Wasser verarbeitet.

Er kann aber auch mit einer größeren Menge Wasser angesetzt werden um ihn dünnflüssiger einzustellen.
Dann kann der Feuerbeton auch gegossen werden, was für feinere Konturen von Vorteil ist.
Achtung:

Je mehr Wasser beigemischt wird umso mehr schwindet der Beton beim Trocknen. Feine Trocknungsrisse können auftreten und stellen keine Beeinträchtigung der Funktionsweise dar.

Je nach Temperatur bindet der Beton nach ca. 5-10 Minuten ab. Bei kalter Witterung dauert es auch schon mal eine Viertelstunde.
Ich mische immer nur soviel an wie ich bis zum Beginn des Abbindens verarbeiten kann.

Es ist zwar möglich das abbindende Material mit etwas Wasser wieder gängig zu machen.
Aber darunter leidet dann evtl. die Endfestigkeit.
Das Anmischen, nacheinander verarbeiten und auftragen kleinerer Mengen hingegen ist problemlos möglich.

Feuerbeton Lindenschmiede

Feuerfester Beton
zum Bau und Auskleiden von Gas- und Kohle-Schmiedefeuern.
Temperaturbetändig bis ca. 1600° C
Modellieren von Härtelinien
Reparatur von Öfen und Kaminen

Wie repariere ich mit Feuerbeton ?

Feine Risse können mit einer dünnflüssig eingestellten Betonmischung ausgeschlickert und somit verschlossen werden. 
Dazu rühre ich etwas vom Feuerbeton in Wasser ein bis ich die Konsistenz einer dickflüssigen Lasur habe.

Diese "Schlämme" bringe ich mit einem passenden Pinsel in den Riss ein bis er gut ausgefüllt ist.

Danach noch etwas überstreichen mit der Masse und fertig.


Die "normale" Konsistenz für die Verarbeitung ist etwa die eines Putz- und Mauermörtels.

 

Wie trockne ich den Feuerbeton?

Nach dem Verarbeiten muss der Feuerbeton sorgfältig trocknen.
Er sollte ca. 2-3 Tage Zeit zum Abbinden und Vortrocknen bekommen.

Danach kann er in einer Trockenkammer oder einem Brennofen trocken gebrannt werden. Das Hochfahren der Temperatur muss langsam erfolgen.

 Wenn sich Dampf bildet muss der Aufheizprozess unterbrochen werden um eine "Dampfexplosiosn" und ein Bersten des Betons zu vermeiden.

Steht keine Trockenkammer oder Brennofen zur Verfügung muss der Beton mehrere Tage bis hin zu 1-2 Wochen langsam in einer möglichst warmen und trocknen Umgebung getrocknet werden.

Dann kann das erste Anheizen erfolgen, Dieses muss unbedingt langsam und mit geringer Temperaturleistung erfolgen.
Sobald Dampf austritt muss dieser Prozess gestoppt werden. Tritt kein Dampf mehr aus kann er fortgesetzt werden.

Das muss solange durchgeführt werden bis keine Dampfbildung mehr erkennbar ist.
Jetzt kann der Ofen langsam und gleichmäßig auf Temperatur gebracht werden.


Was kann der Feuerbeton?

Der Feuerbeton kann eingesetzt werden zum Bau von Gasschmiede Öfen (Gasessen), Brennöfen, Schmelzöfen oder auch für den Bau eines Pizza oder Brot-Backofens, sowie die Reparatur von Kaminöfen und Holzvergasern.

In einer Gasesse dient er als Auskleidung und als Wärmespeichermedium um  eine konstante Temperatur in der Esse beim Schmieden und Feuerschweißen zu halten.
Die Wandstärke sollte ab ca. 1cm bis ca. 2cm Wandstärke betragen um eine ausreichende Speicherfähigkeit zu gewährleisten.
Er dient gleichzeitig auch als Schutz für die isolierende Keramikfaserwolle.

Auf die Auskleidung der Esse mit dem Beton sollte auf keinen Fall verzichtet werden.
Die Speicherwirkung des Betons bedeutet einen signifikanten Vorteil im Vergleich zur nur mit Keramikfaserwolle ausgekleideten Esse.
Der Feuerbeton eignet sich auch als Kleber/ Mörtel zum verkleben von Steinen oder Keramikfasern.
Er ist recht beständig gegen Flussmittel (Borax) wenn er in ausreichender Stärke (1-2 cm) aufgetragen wird.

Dickere Schichten des Betons als ca. 2 cm bedeuten zwar eine größere Speicherwirkung, bringen aber im Gegenzug auch eine deutlich längere Aufheizphase mit sich, welche den Vorteil der höheren Speicherwirkung wieder zunichte macht.

Ich setze den Beton seit Jahren zum Bau meiner Gasessen ein. 
Hier auf dem Bild ist eine Gasesse auf Basis einer 11Kg Gasflasche zu sehen wie ich sie baue.
Da der Feuerbeton sehr feinkörnig ist nutze ich ihn sehr gerne um Klingen im Lehmmantelverfahren zum erzeugen eines Hamons (Härtelinie) zu härten.

Gasesse-Lindenschmiede 11Kg

Der Beton ersetzt hierbei den traditionellen Lehmmantel. 
Das funktioniert sehr gut. Mithilfe eines kleinen Tricks, den ich an anderer Stelle beschreibe bleibt er auch sehr stabil auf der Kohlenstoffstahl Klinge haften ohne abzuplatzen. 
Nach dem Härten kann man ihn recht einfach abstreifen und die Messerklinge anlassen.
Den Feuerfest Beton gibt es in meinem Shop


Tags

Feuerbeton, Hamon, Lehmmantel, Messerklinge, Messerklinge Kohlenstoffstahl klinge härten anlassen Keramikfaserwolle, Schamotte, Schmieden


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  1. Möchte einen Steinrost für einen Heizkessel de Dietrich selber giessen,wäre dein feuerfest Beton dafür geeignet?oder gibt es diese
    Roste in Deutschland noch zu kaufen?freundlichst Konki

    1. Hallo Konki,

      das kann ich dir im Detail leider nicht beantwoeten.
      Ich weiß von Kunden welche sich Formsteine für Holzvergaserkesse gegossen haben, was funktioniert hat.
      Ob er für deine spezielle Anwendung passt kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen.
      Ob es diese Roste noch in DE gibt kann dir wahrscheinlich ein Händler/Großhändler oder Heizungsbauer sagen.
      Oder frage mal bei DeDietrich auf er Webseite über deren Kontaktformular nach.

      Viele Grüße
      Peter

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